Trennungsangst bei Hunden: Ursachen und wie du helfen kannst
- Nina Hartmann
- 23. Okt. 2024
- 2 Min. Lesezeit

Trennungsangst ist bei vielen Hunden ein ernstes Problem, das nicht nur den Hund selbst belastet, sondern auch die Beziehung zwischen Hund und Besitzer. Hunde sind Rudeltiere und brauchen die Nähe zu ihrer Familie, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Wenn ein Hund allein gelassen wird und dabei Angstzustände entwickelt, kann das verschiedene Ursachen haben – von schlechter Sozialisierung bis hin zu traumatischen Erlebnissen in der Vergangenheit.
Ursachen der Trennungsangst
Trennungsangst kann durch viele verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Einige Hunde haben von klein auf nie gelernt, allein zu bleiben, während andere negative Erfahrungen gemacht haben, wie zum Beispiel das plötzliche Verlassen oder Wechsel des Zuhauses. Auch Veränderungen im Alltag – etwa der Wechsel des Besitzers, Umzüge oder der Verlust eines anderen Haustieres – können die Trennungsangst verstärken. Manche Hunde haben ein genetisches Veranlagung für ängstliches Verhalten, was die Entwicklung von Trennungsangst zusätzlich begünstigen kann.
Praktische Ansätze zur Hilfe
Wichtig ist es, deinem Hund Schritt für Schritt beizubringen, dass das Alleinsein nichts Bedrohliches ist. Fange mit sehr kurzen Zeiträumen an und verlängere diese allmählich. Dabei solltest du deinen Hund positiv bestärken: Gib ihm vor dem Verlassen des Hauses ein besonderes Spielzeug oder Leckerli, das ihn ablenkt und das er mit etwas Positivem verbindet. Trainiere auch, dass das Verlassen des Hauses zur Normalität wird. Verabschiede dich nicht übertrieben und begrüße deinen Hund nach der Rückkehr erst dann, wenn er sich beruhigt hat. Dadurch lernt er, dass das Alleinsein vorübergehend und nichts Besonderes ist.
Auch das Einrichten eines sicheren Ortes, wie einer gemütlichen Box oder einem besonderen Liegeplatz, an dem der Hund sich zurückziehen kann, trägt dazu bei, seine Ängste abzubauen. Die Box sollte dabei als Rückzugsort und „sicherer Hafen“ dienen und niemals als Strafe verwendet werden.
Training für eine entspannte Zeit allein
Beginne damit, deinen Hund für ganz kurze Zeiträume allein zu lassen, z.B. nur für ein paar Sekunden. Steigere die Dauer schrittweise, bis dein Hund sicher wird. Während dieser Zeiträume solltest du ihm Aktivitäten geben, die ihn beschäftigen, wie zum Beispiel Kauspielzeug oder spezielle Leckerlis. Positive Verstärkung ist der Schlüssel: Lobe deinen Hund jedes Mal, wenn er ruhig bleibt, und gib ihm das Gefühl, dass es eine normale und sichere Situation ist, wenn du gehst.
Wann professionelle Hilfe notwendig ist
Sollte die Trennungsangst deines Hundes sehr stark ausgeprägt sein, kann es sinnvoll sein, einen Hundetrainer oder Verhaltensspezialisten zu konsultieren. Diese Experten können dir helfen, maßgeschneiderte Trainingspläne zu erstellen, um die Ängste deines Hundes zu lindern. Besonders wenn dein Hund bereits destruktives Verhalten zeigt, wie das Zerstören von Möbeln oder anhaltendes Jaulen, kann die Unterstützung eines erfahrenen Trainers hilfreich sein. In einigen Fällen kann auch ein Tierarzt konsultiert werden, um mögliche Medikamente in Betracht zu ziehen, die den Hund in besonders schweren Fällen beruhigen können.
Fazit: Geduld und positive Verstärkung sind der Schlüssel
Trennungsangst ist für deinen Hund sehr belastend, aber mit Geduld und konsequentem Training kannst du ihm dabei helfen, sich an das Alleinsein zu gewöhnen. Beginne frühzeitig, bringe deinem Hund bei, dass das Alleinsein eine sichere Situation ist, und sei konsequent bei deinem Training. Der Erfolg braucht möglicherweise Zeit, doch der Lohn ist ein entspannter und glücklicher Hund, der lernt, auf dich zu vertrauen – auch wenn du einmal kurz nicht da bist.